Schreibtipp: Verben

Foto: van Melis, pixelio.de

Kennen Sie das? Sie bekommen ein Schreiben vom Amt und verstehen nur Bahnhof. Erst beim zweiten Lesen wird Ihnen klar, worum es geht. Möglicherweise krankt dieser Text an der „Substantivitis“. Substantive machen einen Text schwerfällig. „Hauptworte“ stolzieren wichtigtuerisch im Text herum und lassen ihn bürokratisch und unpersönlich daherkommen. Fast ist es, als wolle sich der Schreiber (oder die Schreiberin) hinter den vielen Substantiven verstecken. Deshalb wählen Sie lieber „Tuworte“ beziehungsweise Verben, sie klingen dynamisch und lebendig. Statt einen „Beschluss zu fassen“ beschließen Sie doch einfach, künftig mehr Verben zu verwenden. Statt „Einsetzung von Verben zur Erreichung der Ziele und der Vereinfachung von Texten“ setzen sie einfach Tuworte ein, um ihr Ziel zu erreichen und den Text zu vereinfachen. Tun Sie es einfach!
Wenn „die Inanspruchnahme der Beratungsstelle im vergangenen Jahr eine Steigerung erfahren hat“ mag das gewichtig klingen. Verwunderlich nur, dass tatsächlich mehr Menschen eine Beratungsstelle in Anspruch genommen haben, die ein so bürokratisches Bild von sich zeichnet.
Kommt Ihnen der folgende Satz irgendwie bekannt vor? „Nach Erreichung des Schlachtfeldes und Begutachtung der Lage war ihm die Erringung des Sieges möglich“. Mit diesem Satz wäre Cäsar wohl kaum in die Annalen der Geschichte eingegangen. Er kam, sah und siegte.

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