Schreibtipp: Adjektive

 

Foto: van Melis, pixelio.de

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In der Schule haben wir gelernt: Adjektive, also Eigenschaftswörter oder „Wie-Wörter“, machen einen Text anschaulich. Sie tun dies jedoch nur dann, wenn sie treffend und notwendig sind. In einem journalistischen Text (und auch bei literarischen Texten tut man gut daran, jedes Adjektiv auf die Waagschale zu legen) können sie einen Text aufblasen. Eine „innovative Entwicklung“ oder das „riesige Angebot“ sagen nicht viel aus. „Neu renoviert“ ist doppelt gemoppelt und bei einer „angenehmen Erholung“ stellt sich die Frage, was denn eine „unangenehme Erholung“ sein soll. Ist Erholung nicht immer angenehm? „Schwere Verwüstungen“ oder „kleine Kerlchen“ kann man sich sparen, denn Verwüstungen sind sowieso schwer und Kerlchen klein. Das Adjektiv bringt keine zusätzliche Information, ebenso wie „laute Schreie“ oder „leises Flüstern“. Auch wertende Adjektive wie „hübsch“ oder „ultrastark“ oder „ideal“ sind mit Vorsicht zu genießen. Statt eines „warnenden Hinweises“ verwenden Sie lieber das Wort „Warnung“ und legen Sie die Adjektive auf den Prüfstand. Sie sind hilfreich, wenn sie konkret sind oder etwas beschreiben wie eine „erste Idee“ oder „ein grünes Fahrrad“.

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